Zwei Packtaschen und eine Lenkertasche stehen bereit, aber was soll und was muss mit. Die Wetterfrösche sagen für morgen noch einen schönen Spätsommertag bis 27 Grad voraus , dann soll das Wetter umschlagen – also herbstliche Winde und auch Regen werden uns auf unserem Weg nach Ostfriesland begleiten.
Also darf auch wasserfeste Bekleidung nicht fehlen.
Die Sonne scheint, herrliches Wetter und noch sommerliche Temperaturen. Über die Radtrassen radeln wir gen Münster. Maisfelder, die wir hier vielerorts passieren sind Beweis für den heißen und trockenen Sommer – zahlreiche Kolben sind schwarz verbrannt.
Haltern am See bietet uns den Stopp für einen kleinen Snack beim Italiener direkt am Wasser. Die Gemeinde hat ein Herz für Fahrradfahrer und sorgt an einer Stromtankstelle dafür, dass die Akkus bis in die westfälische Metropole halten werden.
Traumhaft die letzten Meilen am Dortmund-Ems-Kanal.
Nach knapp 110 km erreichen wir unser Hotel mitten in der Stadt, die an diesem lauen Sommerabend pulsiert. Nahezu alle Tische der Außen-Gastronomie waren belegt. Im „Stuhlmacher“ stärken wir uns für
Ein kurzer Trip von angenehmen 60 km führt uns durch das Münsterland in die frühere Garnisonsstadt. Bis in die 1990er Jahre war hier ein Jagdbomber-Geschwader der Luftwaffe und eine Heeresflieger-Staffel des Heeres stationiert.
Kaum standen unser Kaffee und ein Snack auf dem Tisch am Marktplatz, trieb uns erstmals ein Regenguss in das Café . Rheine ist ein nettes kleines Städtchen. Die „Farmacia“ einer der besten Italiener, die wir in letzter Zeit besuchten.
Am nächsten Tag hieß es: früh aus den Federn, denn eine der längsten Etappen sollte folgen.
Zweifellos der schönste Abschnitt der Tour. Immer entlang des Dortmund-Ems-Kanals. Erstaunlich, wie viele mit Kohle beladene Flussfrachter sind hier noch unterwegs. Immer wieder passieren wir die großen Schleusen, lassen Lingen hinter uns und sehen in Meppen eine imposante Villa mit direktem Zugang zum Wasser. Wer sich hier wohl niedergelassen hat. Denn uns ist klar: Wir genießen die Landschaft, aber wer hier wohnt, muss auch einiges verzichten.
Im letzten Biergarten am Emsradweg – kurz hinter Meppen – waren wir die einzigen Gäste, Tage später ist auch hier Saisonende.
Wir übernachten im Hotel „Alte Werft“, ein ehemaliges Haus der Meyer-Werft, das nun auch ein großes Restaurant und eine Event-Location beherbergt. Die heutige Josef-Meyer-Werft finden wir am
Hier wurden schon die größten Kreuzfahrtschiffe gebaut, die auf allen Meeren ferne Ziele ansteuern. Von der Aussichtsplattform, hier kreuzen sich der Ems- und Dollart-Radweg, werfen wir einen Blick auf ein nächstes Projekt der Seeschifffahrt, das hier entstehen und später über die Ems in die Nordsee entlassen wird.
Bei nun starkem Gegenwind zieht sich die Strecke, Schafherden mitten auf dem Weg bieten Abwechslung für das Auge, denn die Ems ist vorwiegend vom Deich verdeckt.
Im malerischen Ditzum fällt eine kleine Konditorei auf. Die Zimtschnecke ein Gedicht. Kuchen und Gebäck aus eigener Herstellung, toll und lecker.
Mit einer kleinen Ems-Fähre setzen wir in 20 Minuten über den Fluss und erreichen – nun doch etwas erschöpft- Emden.
Die kürzeste, aber auch die feuchteste Etappe auf unserer Tour an die Nordsee. Ein Schauer zwingt uns zur Pause an einer Dorftankstelle. Nebenan werden alte VW-Bullis restauriert. Hier treffen wir auf eine weitere Radler-Truppe, die auf ihrem Weg von Norddeich nach Greetsiel den Schauer abwarten wolten.
Am Bahnhof in Norddeich konnte ausgerechnet der in unserer Gruppe nicht widerstehen, von dem wir es nicht erwartet hätten. Nicht ein Kaffee-to-go, sondern ein Whopper im Burger King musste es sein.
An der Mole war das gemeinsame Ziel erreicht und wir trennten uns, um mit der Fähre nach Norderney und Juist überzusetzen.